2017-2019

Warum, warum?

VON GÉZA RÉVAY | 

REGIE: EDITH KOERBER

(inspiriert von Mark Twain)

REGIE - Edith Koerber

BÜHNENBILD UND KOSTÜME - Renáta Balogh

MUSIKALISCHES ARRANGEMENT - Tobias Thiele

MITWIRKENDE - David Augustin | Serena Bellini | Alexej Boris | Evangelia Karipoglou | Babra Tandare-Gundermann | Tobias Thiele

Seit Deutschland ein Einwanderungsland geworden ist, büffeln Hunderttausende von Ausländern Deutsch. Aber das taten vor ihnen schon Millionen von Ausländern. Mark Twain wusste genau, wovon er sprach, als er sein Buch »The Awful German Language« nannte: »Die schreckliche deutsche Sprache«. Auch der Autor unseres von Mark Twain inspirierten Stückes, Géza Révay, weiß nur zu gut, wovon die Rede ist.

Aber es ist nicht nur ein zugegeben sehr komisches Drama der Sprache und des Sprachenlernens. Es ist auch ein Drama der Lernenden. Fünf Ausländer kämpfen sich tapfer unter der Leitung des Sprachlehrers durch das Dickicht der deutschen Sprache. Unweigerlich kommt es dabei zu Konflikten, erstens weil sie sich den vermaledeiten Lernstoff (siehe Mark Twain) unterschiedlich schnell aneignen, und zweitens aber, weil sie aus höchst unterschiedlichen sozialen Milieus stammen. Und das hat mit der speziellen und höchst erfolgreichen Methode des Kursleiters zu tun, der übrigens ein Russe ist.

Der einzige Deutsche in der Gruppe ist ein Spanier. Er ist Liedermacher und verwandelt das Unternehmen in eine musikalisch-poetische Angelegenheit. Warum er Deutsch lernt? Auf Wunsch seiner Mutter tut er das und weil er Geld verdienen muss. Aber er hat gute Gründe dafür, seine Muttersprache zu vergessen. Und warum Musik? Weil man mit Musik besser und leichter eine Fremdsprache erlernt. Jedenfalls nach Meinung des russischen Deutschlehrers.

Unter den fünf Kursteilnehmern hat ein einziger einen deutschen Namen: Hilde, abgekürzt aus Brünnhilde. Und sie kommt aus Namibia. Noch ein Afrikaner ist dabei, der von der Goldküste stammt und über Haiti und die Vereinigten Staaten nach Deutschland kam. Eine griechische Putzfrau mit hohen Zukunftsvorstellungen und eine italienische Managerin mit sehr materiellen Erwartungen ergänzen die Gruppe. Nicht jeder will unbedingt in Deutschland bleiben. Eine merkwürdige, komische, kreative und äußerst phantasievolle Gruppe …

Die Darsteller des Stückes haben ihre Wurzeln in Griechenland, Deutschland, Italien, Simbabwe, den Vereinigten Staaten, Russland und Spanien. Was das Erlernen der deutschen Sprache betrifft, können alle Mark Twain beipflichten, der der Meinung war: »Englisch lernt man in dreißig Stunden, Französisch in dreißig Tagen und Deutsch in dreißig Jahren.«

Link: http://www.tri-buehne.de/produktion/warum-warum-2018

2018/19

Bezahlt wird nicht

von Dario Fo

In Koproduktion mit dem LuzinTheater

Regie: Alejandro Quintana

BÜHNENBILD: Stephen Crane

MUSIKALISCHE LEITUNG: Tobias Thiele

DARSTELLER: Sylvia Bretschneider | Susan Ihlenfeld | Tobias Thiele

Antonia und ihre Freundin Margherita, zwei italienische Arbeiterfrauen, wissen nicht mehr, wie sie mit dem wenigen Geld, das ihnen zur Verfügung steht, ihren Alltag bewältigen sollen. Die Preise für Strom und Gas und die Miete sind gestiegen und nun werden auch noch die Nahrungsmittel immer teurer. Da kommt ein Aufruhr im nächsten Supermarkt mit anschließender Plünderung den beiden ganz gelegen. Nur, wo sollen sie hin mit den vielen Lebensmitteln, die sie abgestaubt haben? Ihre Männer halten sich streng an Gesetz und Ehre und würden lieber verhungern als zu stehlen. Noch dazu beginnt die Polizei, alle Wohnungen des Viertels zu durchsuchen. Ein atemlos komischer Strudel von absurden Verwicklungen beginnt, in dessen Zentrum Antonia und Margherita versuchen, es allen Recht zu machen und selbst nicht zu kurz zu kommen…

Die rasante Komödie des italienischen Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Dario Fo wurde 1974 zum ersten Mal aufgeführt und 2009 von ihm überarbeitet (schließlich fand gerade eine massive globale Finanzkrise statt).

Link: https://www.tri-buehne.de/produktion/bezahlt-wird-nicht-2018 (Stand: 24.01.2019)